3 Wochen ohne Handy

Kann man 3 Wochen auf sein Handy verzichten? Ohne Not – völlig freiwillig? 7 Schülerinnen, 5 Schüler und ihr Lehrer Herr Kaup wollten das ausprobieren. Die Idee dazu stammt ursprünglich aus Österreich. Dort hat das Bildungsministerium 2025 das 3-Wochen-ohne-Handy-Experiment gestartet. Der ORF hat mit einer Dokumentation einige Jugendliche dabei begleitet, wie es ihnen ohne Handy erging. Nach dem Anschauen dieser Dokumentation wollten die Neuntklässler des Max-Planck-Gymnasiums das selbst auch ausprobieren. Am 7. Mai 2026 ging es los: Die Handys wurden ausgeschaltet, in Briefumschläge gesteckt und zugeklebt. Während der nächsten drei Wochen durften zwar andere Geräte, wie Computer, Tasten-Mobiltelefone oder Tablets genutzt werden, aber die Handys sollten zuhause im Briefumschlag bleiben. Sechs haben bis zum Ende der 3 Wochen durchgehalten. Die anderen haben ihr Handy meist doch gebraucht, um ihre Sportaktivitäten zu organisieren oder den Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. In den 3 Wochen gab es unter anderem diese Erfahrungen:

A: „Ich habe etwas häufiger einfach mit meiner Schwester geredet oder bin rausgegangen.“

B: „ Anfangs war ich leichter genervt, doch zum Ende, oder eher nach der ersten Woche, war ich besser gelaunt und entspannter. Wenn ich Bahn gefahren bin, habe ich mehr in die Umgebung und in die Menge geschaut. Außerdem war ich mehr draußen und habe mehr gelesen und wenn ich mit Freunden verabredet war, haben wir mehr unternommen.“

E: „Mir ist oft langweilig – aber ich bin produktiver, weil ich meine Zeit auf Insta nicht verschwende. Heute sind wir mit dem Zug nach Italien gefahren. Während der Zugfahrt war mir anfangs langweilig, aber aus dem Fenster zu gucken, war spannender als ich dachte. Außerdem habe ich endlich ein Buch weitergelesen, welches ich vor kurzem gekauft hatte. (…) Gestern Abend ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass ich ohne Handy ein bisschen früher ins Bett gehe. Normalerweise checke ich nämlich meine Nachrichten oder schreibe mit Freunden vor dem Schlafengehen.

C: „Ich habe einige Aktivitäten wie Zeichnen und Karten spielen öfters gemacht und ich war auch einmal joggen. Ich habe mein Leben ganz normal geführt, doch meine Mutter hatte Geburtstag. Das fand ich schön. Wir sind nach Utrecht gefahren und die Fahrt lang gab es kein Handy.“

D: „Ich hatte viel Freizeit und habe mich sehr, sehr gut gefühlt. Die Zeit ohne Handy war viel entspannter und ich musste nicht ständig erreichbar sein und mich um mein Handy kümmern. Ich habe aber bemerkt, dass ich mehr im Hier und Jetzt bin. Ich wurde entspannter, fröhlicher und glücklicher!“

Herr Kaup: „In einer Pizzeria las ich interessiert in einer Zeitschrift, die dort lag (statt aufs Handy zu schauen). Als meine Pizza fertig war, hat mir der Pizzamann die Zeitschrift geschenkt. Erstaunlicherweise konnte ich auch auf andere schlechte Gewohnheiten leichter verzichten: Ich habe weniger Süßigkeiten und Kuchen gegessen, das Radio war nicht mehr ständig im Hintergrund an und ich habe unangenehme Aufgaben nicht so lange vor mir hergeschoben. Ich hatte mehr Zeit und auch mehr Ideen als sonst und war entspannter, aktiver, produktiver und irgendwie sogar glücklicher.

Wie geht es weiter?

B: „Ich versuche weniger mein Handy zu nutzen und nur zu benutzen, wenn ich es brauche oder mal einen Tag ohne Handy machen.“

E: „Die Challenge war einfacher als gedacht und zwar manchmal ziemlich stressig, aber es hat Spaß gemacht! Ich glaube, ich will nochmal gerne so eine Challange machen. “

Herr Kaup: „Zukünftig will ich keine Nachrichten mehr auf dem Handy lesen und es so oft es geht zuhause lassen.“

Was kannst Du selbst machen?